Die Quellen nennen keine feste Zahl. Sie zeigen aber: Nächtliches Aufwachen ist in den ersten Lebensmonaten normal und nimmt meist deutlich ab. Laut einem Übersichtsartikel schläft die Mehrheit der Kinder bis etwa 6 Monate nachts durch.

Was die Forschung dazu sagt

In den ersten Monaten ist Nachtwachen normal

Der Übersichtsartikel zu Schlafproblemen bei Säuglingen und kleinen Kindern beschreibt nächtliches Wachsein in der frühen Säuglingszeit ausdrücklich als normal. Er betont auch, dass es über die ersten Monate normalerweise deutlich abnimmt.

Ein wichtiger Orientierungspunkt aus derselben Quelle ist: Die Mehrheit der Kinder schläft bis etwa zum Alter von 6 Monaten nachts durch. Das ist ein allgemeiner Verlauf, kein fester Zeitpunkt für jedes Kind. Eine genaue Zahl dazu, wie oft ein gesundes Baby pro Nacht aufwacht, nennt die Quelle nicht.

Es gibt keine feste Zahl, die für alle Babys gilt

Die Frage „Wie oft ist normal?“ klingt nach einer klaren Zahl. Genau diese Zahl liefern die Quellen nicht. Sie zeigen vor allem: Frühes Nachtwachen ist normal, es nimmt meist in den ersten Monaten ab, und nicht jedes Aufwachen ist automatisch ein behandlungsbedürftiges Problem.

Der Übersichtsartikel beschreibt Schlafprobleme bei kleinen Kindern vor allem als Probleme beim Zubettgehen und nächtliches Aufwachen. Das hilft bei der Einordnung: Aufwachen allein bedeutet noch nicht, dass eine Schlafstörung vorliegt.

Einschlafgewohnheiten können Nachtwachen mit beeinflussen

Der Übersichtsartikel beschreibt ein bekanntes Muster: Manche Kinder brauchen beim Einschlafen immer dieselbe Hilfe, zum Beispiel Stillen, Füttern, Schaukeln oder Tragen. Solche Einschlafgewohnheiten können dazu führen, dass ein Kind nach einem nächtlichen Aufwachen wieder genau diese Hilfe braucht, um weiterzuschlafen.

Die Quelle beschreibt das als ungünstige Einschlaf-Gewohnheit (Einschlaf-Assoziation). Dann sind elterliche Hilfen nötig, damit das Kind einschläft oder nach dem Aufwachen wieder einschläft. Häufiges nächtliches Aufwachen ist dabei ein typisches Zeichen.

Was die COVID-19-Studie aus China zeigt

Die Studie aus China beantwortet nicht die Frage nach Babys allgemein, sondern untersucht Schlaf nach einer COVID-19-Infektion. Es war eine prospektive Studie (eine Studie, die Kinder über die Zeit beobachtet) mit Kindern im Alter von 0 bis 35 Monaten. Eingeschlossen waren COVID-19-positive Kinder und gesunde, altersgleiche Vergleichskinder. Die Eltern füllten zu Beginn einen Schlaf-Fragebogen für Babys und Kleinkinder (Brief Infant Sleep Questionnaire) und einen Fragebogen zu demografischen Daten aus. Danach gab es Nachbeobachtungen über sechs Monate.

Laut Studie beeinflusste COVID-19 mehrere Schlafmerkmale: die nächtliche Schlafdauer, die Schlafdauer am Tag, die Dauer nächtlicher Wachphasen, die Zeit bis zum Einschlafen und die Bettgehzeit.

Am stärksten betroffen war die Dauer nächtlicher Wachphasen. Diese Störung hielt laut Studie bis zu 6 Monate nach der COVID-19-Infektion an und kehrte in dieser Zeit nicht auf den Ausgangswert zurück.

Die Studie nennt außerdem drei Faktoren, die mit Nachtwachen zusammenhingen: Ein Alter ab 12 Monaten hing mit weniger Nachtwachen zusammen. Einschlafen beim Füttern hing unabhängig mit mehr Nachtwachen zusammen. Bildschirmzeit von 1 Stunde oder mehr hing ebenfalls unabhängig mit mehr Nachtwachen zusammen.

Wichtig ist die Einordnung: Diese Ergebnisse gelten für die in China untersuchte Gruppe von Kindern nach COVID-19. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass andere Gruppen oder andere Infektionen denselben Effekt haben.

Was die dritte Studie ergänzt

Die dritte Quelle hilft für die eigentliche Babyfrage nur indirekt. Sie stammt aus Italien und untersuchte 38 Late Talker (Kinder, die spät sprechen lernen) im Alter von 31 bis 37 Monaten, also keine Babys. Zur Gruppe gehörten 19 Kinder mit niedrigem Risiko nach Frühgeburt und 19 termingeborene Kinder.

Für Babys lässt sich daraus nichts direkt ableiten. Die Studie zeigt nur für diese spezielle Gruppe: Schwierigkeiten beim Einschlafen und Nachtwachen nahmen über die Zeit ab. Die Kinder mit niedrigem Risiko nach Frühgeburt hatten mehr Nachtwachen und mehr gemeinsames Schlafen als die termingeborenen Kinder derselben Gruppe.

Was du daraus für den Alltag mitnehmen kannst

Achte eher auf Muster als auf einzelne Nächte

Einzelne Nächte sagen oft wenig aus. Sinnvoller ist es, auf ein Muster zu schauen. Der Übersichtsartikel nennt zur Abklärung von Schlafproblemen eine ausführliche Schlafanamnese (ein genaues Gespräch über den Schlaf), ein Schlafprotokoll oder Schlaftagebuch und den BEARS-Schlafscreen (einen kurzen Fragebogen zum Schlaf).

So lässt sich besser einordnen, wann dein Kind einschläft, wie oft es aufwacht, wie lange es wach ist und wie es wieder einschläft.

Schau dir die Einschlafsituation an

Wenn dein Baby fast immer nur mit einer bestimmten Hilfe einschläft, kann das mit häufigeren Nachtwachen zusammenhängen. Das folgt aus dem Übersichtsartikel. In der COVID-19-Studie aus China war außerdem Einschlafen beim Füttern mit mehr Nachtwachen verbunden.

Abendroutinen können wichtig sein

Der Übersichtsartikel betont Elternwissen über den Schlaf ihres Kindes, Abendroutinen und Schlafhygiene (Gewohnheiten, die guten Schlaf fördern) als wichtigen Teil im Umgang mit Schlafproblemen. Außerdem nennt die Quelle verhaltenstherapeutische Ansätze wie Extinktion (Weinen beim Einschlafen nach festem Plan nicht beantworten), Bedtime Fading (die Schlafenszeit schrittweise anpassen) mit positiven Routinen und geplantes nächtliches Wecken. Frühere Studien zu solchen Maßnahmen zeigten laut Übersichtsartikel deutliche Verbesserungen bei der Einschlafdauer, Häufigkeit nächtlichen Aufwachens und Dauer nächtlichen Aufwachens.

Bildschirmzeit ist in der COVID-19-Studie ein Punkt

Falls Bildschirmzeit eine Rolle spielt, ist ein Befund aus der chinesischen COVID-19-Studie wichtig: Dort hing Bildschirmzeit von 1 Stunde oder mehr mit mehr Nachtwachen zusammen. Auch das gilt nur für diese untersuchte Gruppe.

Wann du eher ärztlichen Rat holen solltest

Der Übersichtsartikel beschreibt, dass schlechter Schlaf die Tagesfunktion und Stimmung des Kindes und der Bezugspersonen beeinträchtigen kann. Für die Abklärung nennt er eine ausführliche Schlafanamnese, ein Schlafprotokoll oder Schlaftagebuch und den BEARS-Schlafscreen.

Die Quelle weist außerdem darauf hin, dass chronische gesundheitliche Probleme und Entwicklungsstörungen den Schlaf verschlechtern können. Die Studie aus China zeigt zusätzlich, dass sich Schlaf nach einer COVID-19-Infektion bei Kindern von 0 bis 35 Monaten über Monate verändern kann, besonders bei den nächtlichen Wachphasen.

Quellen

Impact of COVID-19 infection on the sleep of infants and toddlers (2025). BMC Pediatrics – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC12461988/

Behavioral insomnia in infants and young children (2020). Clinical and Experimental Pediatrics – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7940085/

Night Sleep, Parental Bedtime Practices and Language Development in Low-Risk Preterm and Full-Term Late Talkers: A Longitudinal Study in the Third Year of Life (2024). Children – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC11592692/